Kartoffelrisotto

Wer mich und meinen Blog kennt weiss mittlerweile, dass ich/wir Risotto lieben. Und zwar in so ziemlich allen Variationen. Egal ob süss, vegetarisch oder nicht, mit Risoni statt Reis oder im Bolo-Style – Risotto geht einfach immer!

Hello again und welcome back zur zweiten Runde vom Blogevent „Koch mein Rezept“ – ins Leben gerufen von Volker von volkermampft.

Blogger Aktion "Koch mein Rezept - der große Rezepttausch" von @volkermampft

Jeder Teilnehmer bekommt alle 2 Monate einen Tauschblog und sucht sich von diesem ein Rezept aus, welches er – gern auch etwas anders interpretiert – nachkocht, backt oder was auch immer. Gleichzeitig wird der Tauschblog etwas genauer vorgestellt. Ich finde die Idee wirklich schön, denn so lernt man neue Leute und neue Blogs kennen und kommt endlich auch mal dazu, Rezepte von Foodblogger-Kollegen auszuprobieren

Wir kochen heute also ein Rezept von der lieben Carmen von tanzaufdertomate.

Carmens Blog gibt es bereits seit 2012 – sie ist also ein alter Hase im Bloggergeschäft. Bei ihr findet Ihr wunderbare Rezepte aus aller Welt, Verkostungen und mehr. Auch sie war so lieb, mir ein paar Fragen zu beantworten…


1. Wie oder durch was hast Du deine Leidenschaft für`s Kochen entdeckt?

Als Kind war ich ein furchtbarer Esser. Ich mochte so ziemlich nichts. Der Kinderarzt attestierte irgendwann ein leichtes Untergewicht. Auf den Einwand meiner Mutter, ich würde nur Kekse essen wollen, erwiderte der Arzt: „Geben Sie ihr Kekse“. Und so geschah es dann auch. Kekse auf Rezept. Wer bekommt denn schon so was?

Aber irgendwann war da die Leidenschaft für’s Kochen. Und die verdanke ich meiner Mutter. Sie ist gelernte Köchin. Nach dem Keks-Debakel, nahm sie sich fest vor, mich an die Küche und Ernährungslehre heranzuführen. Ich wusste schon als Kind, was versteckte Fette sind. Daher esse ich bis heute keine Butter unter Käse oder Wurst. Die dort gesparte Butter, packe ich dann doch lieber in meine französisch angehauchten Speisen. Und das nicht zu knapp. Dazu hat mich meine Mutter tatsächlich mutwillig und leichtfertig, ihre Küche verwüsten lassen. Die Bilder meiner Kochexperimente habe ich noch heute vor Augen. Überall Zucker vom Bonbon-Experiment, überall Keksteig. Wenn ich so ein Kind hätte, würde ich es zur Adoption freigeben. Meine Küche ist mir heilig.

Nach meinem Besuch der Hauswirtschaftsschule in den 80ern für die Grundlagen, habe ich mir sehr viel selber beigebracht. Seit ein paar Jahren besuche ich dazu regelmäßig Kochkurse in meiner Lieblingsstadt Paris. Dort habe ich auch das Geheimnis des Baguettes gelernt und das perfekte Mürbeteigrezept für Quiche mitgenommen. In der Kochschule von Alain Ducasse habe ich letztes Jahr einen Hummer zubereitet. Und musste ihn natürlich dazu töten. Und zwar nicht in einem Wasserbad. Das war eine aufwühlende Erfahrung.

2. Auf welche Zutat kannst Du in der Küche auf keinen Fall verzichten?

Auf Käse und Butter. Ich könnte auf Fleisch verzichten, aber niemals auf Käse. Ein Leben ohne Käse? Sinnlos. Besonders Ziegenkäse hat es mir angetan. Dazu brauche ich Piment d’Espelette. Diese leicht süße Schärfe ist einfach herrlich. Auch Senf habe ich immer in der Küche. Besonders gerne Estragon Senf.

3. Verrat uns Deine Macke in der Küche?!

Meine Küche ist sicherlich nicht immer makellos aufgeräumt. Aber bevor ich koche, muss ich aufräumen und zumindest die Arbeitsfläche gründlich wischen. Dazu räume ich immer alle Gemüseabschnitte etc. nach jedem Arbeitsschritt sofort weg.

Und trotz meiner vielen (!) Kochbücher, gehöre ich zum Typus: Ich-kann-mich-einfach-nicht-an-Rezepte-halten. Sklavisch wird da gar nichts befolgt. Wenn Garmethoden wichtig sind, wie die Garzeit bei Sous-Vide, muss ich natürlich genau sein. Das ist mir aber eigentlich fremd.

4. Woher holst Du dir Inspirationen für Deine Rezepte?

Inspirationen hole ich mir auch auf Reisen. Für mich gilt eine unumstößliche Regel: Ich reise nur in Länder, in denen es gutes Essen gibt. Und schöne Märkte. Das ist natürlich in Frankreich der Fall. Dort könnte ich jedes Jahr hinfahren. Meine Leidenschaft für die französische Küche hat weitreichende Auswirkungen. Nicht nur auf meinen Butter-Verbrauch, sondern auch auf mein Herz und Hirn. Französisch in der Schule fand ich schrecklich. Die Lehrer zu affektiert. Aber durch den Genuss hat sich die Sprache tatsächlich vom Magen in mein Herz gebohrt. Ich nehme seit 4 Jahren Sprachkurse am Institut Français und bin schon bei Level B2/C1 angelangt. Das Ziel war es, Kochkurse auf Französisch zu absolvieren. Und französische Kochbücher lesen zu können. C’est fait.

Neben Frankreich kann ich Israel wärmstens empfehlen. Ich habe in Tel Aviv und Jerusalem nicht einen Tag schlecht gegessen und habe viel Anregungen mitgenommen. Wie kam ich früher ohne Tahini aus? Neuseeland ist dagegen für Genussfanatiker nicht zu empfehlen. Tolle Landschaft. An jeder Ecke ein Wasserfall. Craftbeer und Wein sind herrlich, aber sonst? Fish and Chips mag ich, aber die sind auch nicht urlaubsfüllend.

Daneben lasse ich mich gerne von Kochbüchern inspirieren. Ich bin bekennend kochbuchsüchtig. Den Stoff bekomme ich über eine Facebook-Gruppe, meine Lieblingsbuch-Händlerin Varia Vardar in Düsseldorf und meinen Dealer in Paris, die Librairie Gourmande. Daneben lese ich natürlich auch gerne Foodblogs oder den Wochenmarkt Teil von Zeit Online.

5. Hauptgang oder Dessert?

Ganz klar Hauptgang. Wenn ich nur für mich und meinen Mann koche, gibt es kein Dessert. Wenn Gäste kommen ist das natürlich anders. Eins meiner Lieblingsdesserts ist ein Kürbiskern-Parfait nach Wolfram Siebeck.


Ich habe mich für Ihr – wie sollte es anders sein – Kartoffelrisotto entschieden. Wenn ich Risotto höre bin ich am Start. Im Originalrezept kocht Carmen es mit einem Spargelsud und Spargelragout. Das fällt bei mir auf Grund fehlender Spargelsaison natürlich weg. Ebenso koche ich wie immer ohne Alkohol.

Ich habe mich für eine ganz klassische Variante mit Parmesan, Karotten und Frühlingszwiebeln entschieden und muss sagen, dass das ein wirklich tolles, simples Gericht ist, auf das ich wohl in der Form selber nicht gekommen wäre. Also – danke Carmen und ich hoffe, dir gefällt meine Variante deines Gerichts!


Zutaten (für 4 Portionen):

  • 800g Kartoffeln
  • 5 Karotten
  • 3 Frühlingszwiebeln
  • 500ml Gemüsebrühe
  • etwas Muskat, Salz, Pfeffer
  • 0,5 TL Thymian
  • 50ml Rahm
  • 3 EL Butter
  • 40g Parmesan

Zubereitung:

  • die Kartoffeln und die Karotten schälen und in kleine Würfel schneiden
  • Frühlingszwiebeln putzen und in feine Ringe schneiden
  • 2 EL Butter in einer Pfanne erhitzen und Frühlingszwiebeln, Karotten und Kartoffeln dazu geben, kurz anschwitzen – die Kartoffeln sollten keine Farbe bekommen
  • mit der Gemüsebrühe ablöschen, Sahne und Gewürze dazu geben und bei mittlerer Hitze köcheln lassen, bis die Kartoffeln gar sind
  • am Schluss noch 1 EL Butter und Parmesan unterrühren und gleich servieren

Lass‘ mir doch gern einen Kommentar da, wenn du eines meiner Rezepte ausprobiert hast oder markiere @esskalation.li und benutze #esskalierenmitstephie, damit ich Deine Kreationen nicht verpasse!

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